Antibell-Halsband mit Strom

Weder ratsam noch erlaubt: Strom zur Hundeerziehung

Auf der Suche nach dem idealen Produkt finden Hundehalter im Fachhandel eine enorme Auswahl unterschiedlicher Antibell-Halsbänder für Hunde. Kommen die Effekte eines auf Strom basierenden Antibell-Halsbandes zum Einsatz, zählt dies zu den unsanftesten Methoden, den Hund von unerwünschtem Verhalten abzulenken. Der Umgang mit Strom in der Hundeerziehung wurde im Tierschutzgesetz verboten. Dies schließt die Verwendung von Stromschlägen durch Antibell-Halsbänder mit ein. (Lesen Sie mehr zur Rechtslage in Bezug auf die Anwendung von Strom zur Hundeerziehung unter „Was ist erlaubt?„).

Tatsächlich wurde diese Form der Antibell-Halsbänder auch bevor sie gesetzlich verboten wurde nur selten von Hundetrainern und Experten eingesetzt. Vonseiten des Tierschutzes wird zudem von ihrer Verwendung abgeraten. So sind auf Strom basierende Antibell-Halsbänder und ähnliche Erziehungsmethoden beispielsweise auf sämtlichen Trainingsplätzen des Internationale Rasse-Jagd-Gebrauchshundeverband e.V. (IRJGV) verboten. Auch der VDH (Verband für das deutsche Hundewesen) schloss sich dem ab 2004 offiziell an.

Insbesondere im Hinblick auf die wesentlich schonenderen Alternativen, bei denen beispielsweise Wasser zum Einsatz kommt, darf das Antibell-Halsband mit Strom nicht die erste Wahl darstellen.

Antibell-Halsbänder mit Strom: auch nicht mit dem Rat des erfahrenen Experten

Stromschläge lösen beim Hund, wie auch beim Menschen, Schmerzen aus. Dass Erziehung niemals auf Schmerz beruhen sollte und in diesen Fällen auch nur äußerst selten Früchte trägt, ist unumstritten. Insbesondere bei ängstlichen oder zur Aggression neigenden Hunden kann das Strom-Antibell-Halsband sogar zur gefährlichen Waffe werden. Häufig beobachtet wird etwa, dass aus einem unsicheren Gefühl des Hundes durch das abrupte und schmerzhafte eingreifen anhand des Stromschlags eine Aggression wird. Denn Aggression basiert prinzipiell auf einer instabilen emotionalen Lage des Tieres. Aus dieser kann durch einen derartigen Eingriff ein Moment der Eskalation werden.

Soll heißen: Hunde in enormen Unsicherheits-, Angst- oder Aggressionsphasen verlassen sich auf ihre besonders scharfen Sinne. Die Anspannung des Moments, gepaart mit der gezielten Konzentration auf die empathische Stimmung des Umfeldes, leitet den Hund im Umgang mit seiner Anspannung. Stromstöße können diese Situation eskalieren lassen und im schlimmsten Fall wird aus dem ängstlichen oder unsicheren Hund ein sogenannter Angstbeißer.

Das Training mit auf Strom basierenden Antibell-Halsbändern darf niemals von Laien durchgeführt werden. Um sich „auszuprobieren“ ist diese umstrittene Variante auf keinen Fall geeignet. Damit ein solches Produkt theoretisch zum Einsatz kommen kann wäre Erfahrung und Wissen eines erfahrenen Hundepsychologen unumgänglich – diese wiederum verzichten auf den Einsatz dieser Hilfsmittel und kennen zielführendere Wege, gute Trainingsergebnisse zu erreichen. Denn schlussendlich kann das Antibell-Halsband mit Strom auch in fachkundiger Anwendung Aggressionen verschärfen und Situationen eskalieren lassen und wurde daher vollkommen zu Recht gesetzlich verboten.

Fazit: Auf Strom basierende Erziehungsmethoden jeder Art sind tierschutzrechtlich relevant. Von der Gesetzeslage abgesehen, sollten Tierfreunde schon allein aus moralischer Sicht prinzipiell Abstand zu derartigen Methoden halten.